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Hygiene- & QM-Startcheckliste
Prüfsicher von Tag 1 — die Grundpflichten für Hygiene und Qualitätsmanagement in der neuen Praxis: Hygieneplan, MPBetreibV-Dokumentation und ein QM-Grundgerüst zum Abhaken.
Keine pauschalen Fristen: Konkrete Prüf-, Wartungs- und Schulungsintervalle richten sich nach Herstellervorgabe und der jeweiligen Verordnung; Anforderungen, Zuständigkeiten und Begehungspraxis variieren je Bundesland und Fachrichtung. Dieses Dokument nennt daher bewusst keine festen Zahlenintervalle — maßgeblich sind die aktuellen Vorgaben und Ihre zuständige Aufsichtsbehörde.
1 · Hygieneplan (IfSG § 23 / RKI-KRINKO)
- Schriftlichen Hygieneplan erstellen (Zuständigkeiten, Standardarbeitsanweisungen).
- Händehygiene: Ausstattung sowie Hautschutz- und Desinfektionsplan festlegen.
- Flächenreinigung/-desinfektion: Plan nach Risikobereichen erstellen.
- Instrumentenaufbereitung: validierte Verfahren (Reinigung/Desinfektion/Sterilisation), Freigabe & Dokumentation, Sachkunde des Personals.
- Wäsche- und Abfallmanagement regeln (Trennung, Entsorgungswege).
- Umgang mit Sterilgut: Lagerung und Verfallskontrolle sicherstellen.
- ggf. Hygienebeauftragte:r/-fachkraft benennen, Anbindung an Hygieneberatung.
Je nach Fachrichtung: In der Zahnmedizin liegt der Schwerpunkt auf der Aufbereitung von Übertragungsinstrumenten und der Wasserhygiene der Behandlungseinheiten. Bei Eingriffs-/OP-Räumen (z. B. Chirurgie, ambulantes Operieren) gelten erhöhte Anforderungen. In der reinen Therapie/Psychotherapie ist der Hygieneaufwand geringer, aber die Basishygiene bleibt Pflicht.
2 · Medizinprodukte (MPBetreibV)
- Bestandsverzeichnis aller aktiven nichtimplantierbaren Medizinprodukte anlegen.
- Medizinproduktebuch für Produkte der Anlagen 1 und 2 führen.
- Ersteinweisung & dokumentierte Einweisung des Personals in die Geräte.
- Sicherheits- und messtechnische Kontrollen (STK/MTK) nach Vorgabe planen und dokumentieren.
- Wartungs-/Prüftermine terminieren, Nachweise ablegen.
- Melde-/Meldewege für Vorkommnisse kennen.
3 · QM-Grundgerüst (G-BA QM-Richtlinie)
- QM-Verantwortliche:n benennen, QM-Handbuch/Ordner anlegen.
- Grundelemente umsetzen: Patientenorientierung/-sicherheit, Mitarbeiterorientierung, Prozess-/Ablauforganisation, Kommunikation, Fehler-/Risikomanagement.
- QM-Instrumente einführen: Prozess-/Ablaufbeschreibungen, Checklisten, Notfallmanagement, Fehlerberichts-/Lernsystem (CIRS), Beschwerdemanagement, Team-/Fortbildungsdokumentation.
- Notfallmanagement & Notfallausstattung (Medikamente/Geräte, Schulung, Übung).
- Datenschutz-Schnittstelle beachten (siehe DSGVO-Startpaket).
4 · Verantwortlichkeiten, Schulung & Dokumentation
- Beauftragte benennen (Hygiene, QM, Datenschutz, Sicherheit/Arbeitsschutz, ggf. Strahlenschutz).
- Erstunterweisungen & jährliche Pflichtschulungen planen (Hygiene, Arbeitsschutz, Brandschutz, Datenschutz).
- Arbeitsmedizinische Vorsorge & Impf-/Immunitätsnachweise (z. B. Masernschutz, Hepatitis B, soweit anwendbar).
- Dokumentenlenkung: Versionierung, Nachweisarchiv, Wiedervorlagen.
5 · Vorbereitung auf Begehung & Praxisprüfung
- Vollständigkeit der Pläne, Bücher und Nachweise prüfen (Selbstaudit).
- Zuständigkeiten und Ansprechpartner:innen definiert.
- Aushänge/Notfallpläne sichtbar, Fluchtwege frei.
- Prüf- und Wartungsnachweise griffbereit.
Tipp: Für Auswahl und Umsetzung hilft unser QM-/Hygiene-Anbietervergleich. Den Datenschutz-Teil deckt das DSGVO-Startpaket ab.
Rechtlicher Hinweis: Diese Startcheckliste dient der Orientierung und ersetzt keine rechtsverbindliche Hygiene- oder QM-Beratung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorgaben von RKI/KRINKO, den einschlägigen Verordnungen (u. a. IfSG, MPBetreibV), dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), Ihrer Kammer/KV sowie den zuständigen Landesbehörden. Konkrete Anforderungen, Fristen und Prüfintervalle variieren je Bundesland und Fachrichtung — bitte tagesaktuell prüfen.