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Liquiditäts- & Finanzplan-Vorlage für Ihre Praxis

Die ersten 24 Monate im Blick — monatliche Einnahmen, Ausgaben, Kapitaldienst und Privatentnahmen, damit Sie sehen, wann die Praxis trägt und wie viel Puffer Sie brauchen.

So nutzen Sie diese Vorlage: Dies ist die Struktur mit Erklärungen — nicht die fertige Rechnung. Die eigentliche Kalkulation führen Sie in einer Tabellenkalkulation über 24 Monatsspalten. Hier lernen Sie, welche Zeilen hineingehören und wie aus ihnen die Liquiditätslinie entsteht. Übertragen Sie die Bausteine 1–6 als Zeilen in Ihr Tabellenblatt und rechnen Sie Monat für Monat.

Warum ein Liquiditätsplan?

Rentabilität zeigt, ob Ihre Praxis über einen Zeitraum Gewinn erwirtschaftet; Liquidität zeigt, ob Sie in jedem einzelnen Monat zahlungsfähig sind — das ist nicht dasselbe. Die meisten jungen Praxen scheitern nicht an fehlender Rentabilität, sondern an Liquiditätslücken in der Anlaufphase: Die Investitionen sind sofort fällig, während das Kassenhonorar (KV/KZV) erst zeitversetzt eingeht.

Entscheidend für den Plan: Kapitaldienst (Tilgung) und Privatentnahmen sind keine Kosten in der Gewinn- und Verlustrechnung — sie mindern also nicht den Gewinn, sind aber voll liquiditätswirksam und müssen im Liquiditätsplan stehen. Genau hier trennt sich der Finanzplan von der reinen Rentabilitätsbetrachtung.

Baustein 1 · Einzahlungen (liquide Zugänge) Geld, das aufs Konto fließt
Baustein 2 · Auszahlungen (liquide Abgänge) Geld, das das Konto verlässt
Baustein 3 · Kapitaldienst Zins und Tilgung des Darlehens

Der Kapitaldienst umfasst Zinsen und Tilgung Ihrer Finanzierung. Entscheidend: Die Tilgung ist voll liquiditätswirksam, aber kein Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung — nur die Zinsen sind Aufwand. Genau dieser Punkt ist der häufigste Fehler in Anfängerplänen, weil die Tilgung im Rentabilitätsplan „unsichtbar" bleibt, das Konto aber trotzdem belastet.

Häufigster Fehler: Die Tilgung im Liquiditätsplan zu vergessen. Rentabel und trotzdem zahlungsunfähig — das passiert, wenn nur die Gewinn- und Verlustrechnung betrachtet und die Tilgungsraten nicht eingeplant werden.
Baustein 4 · Privatentnahme Ihre private Lebenshaltung

Als selbstständige:r Behandler:in beziehen Sie kein Gehalt — Ihre private Lebenshaltung wird über Entnahmen aus der Praxis gedeckt. In den ersten Monaten, wenn das Honorar noch nicht fließt, stammen diese Entnahmen häufig aus dem Betriebsmittelkredit. Setzen Sie die Entnahmen realistisch an — zu niedrig geplant, reißt die private Seite später ein Loch in die Liquidität.

Baustein 5 · Liquiditätslinie & Ampel So entsteht die Kurve

Aus den Bausteinen 1–4 ergibt sich Monat für Monat Ihre Liquidität. Die Rechenlogik in drei Schritten:

AmpelSituationEmpfehlung
GrünKumulierte Liquidität liegt komfortabel über der Reservelinie — Puffer größer als X Monatsausgaben.Kurs halten, Rücklagen aufbauen.
GelbDer Puffer schmilzt, die Reichweite sinkt unter X Monatsausgaben.Ausgaben prüfen, Umsatzhochlauf beobachten, Gespräch mit Bank / Steuerberater:in vorbereiten.
RotKumulierte Liquidität erreicht oder unterschreitet die vereinbarte Kontokorrent- bzw. Reservelinie.Sofort gegensteuern; Linie, Prolongation oder Anpassung mit der Bank klären.

Hinweis zu „X": „X" ist ein individuell festzulegender Orientierungswert (allgemeine Faustregel, z. B. die Reichweite von mehreren Monatsausgaben) und bewusst ohne feste Euro-Beträge angegeben. Legen Sie Ihre persönliche Schwelle gemeinsam mit Steuerberater:in und Bank fest.

Baustein 6 · Szenarien vorsichtig · realistisch · gut

Rechnen Sie den Plan in drei Varianten. Am stärksten schwanken erfahrungsgemäß der Umsatzhochlauf und der Zeitpunkt der Zahlungseingänge — genau die Größen, die über die Liquidität in der Anlaufphase entscheiden.

Empfehlung: Finanzieren Sie auf Basis des vorsichtigen Szenarios. So ist Ihr Betriebsmittelrahmen groß genug, wenn der Hochlauf länger dauert als erhofft — Nachfinanzieren ist teuer und kostet Zeit.

Monatsraster (Auszug)

Übertragen Sie dieses Raster in Ihre Tabellenkalkulation mit 24 Monatsspalten. Die Zellen bleiben hier bewusst leer — Sie füllen sie mit Ihren eigenen Zahlen.

Position Monat 1 Monat 2 Monat 3 Monat 24
Einzahlungen gesamt
Auszahlungen gesamt
Kapitaldienst
Privatentnahme
= Monatssaldo
Kumulierte Liquidität
Passend dazu: Bauen Sie die Zahlen mit unserer Businessplan-Vorlage und dem Kostenrechner auf, bevor Sie ins Bankgespräch gehen. Die Businessplan-Checkliste hilft, im Finanzteil nichts zu vergessen.